Erdbeermond

Vorwort: zugegeben – meine neueste Story ist Geschmackssache. Wem sie gefällt, wird nie wieder ohne ein Lächeln Erdbeeren mit Sahne essen können – wem sie nicht gefällt wirft sie einfach in den Bio-Müll!

Aber man musste sich zuerst opfern, wie die Mitglieder es nannten, um den Erdbeermond kennen zu lernen, bzw. das, was die anderen darunter verstanden. Natürlich war es riskant, sich auf solche Spielchen einzulassen. Aber man hatte ihr gestattet, die Adresse des Clubs und die Dinge die sie darüber wusste, bei einer Freundin zu hinterlegen, so dass sie wenigstens einigermaßen das Gefühl hatte, abgesichert zu sein. Dennoch spürte sie nun leise Gänsehaut ihren Rücken hinaufkriechen, als sie daran dachte, welches Wagnis sie eingehen wollte. Obwohl – bei genauerem Nachdenken, so schlimm war es nun wirklich nicht. Sie würde völlig anonym bleiben, wie alle anderen auch und man hatte ihr versichert, sie könne zu jeder Zeit aussteigen und wieder gehen.

Zum Glück lag die Endstation fast direkt vor dem Haus in dem sich der Club befand, so musste sie nicht weit laufen. Jetzt waren ja noch genügend Leute unterwegs, die die laue Sommernacht genossen. Aber spät nachts würde sie dann ein Taxi nehmen, wenn es denn spät nachts werden sollte. Letzte Zweifel ausräumend lief sie die kleine Seitenstraße hinunter und läutete an der besagten Adresse. Eine unpersönliche Stimme fragte nach dem Passwort. Als sie es nannte, fiel ihr wieder ein, dass jedes Passwort nur ein einziges Mal benutzt werden kann und vergeben wird. Sollte sie also doch noch einen Rückzieher machen, würde sie nie wieder eine Chance bekommen. Der Türöffner summte und sie betrat die Eingangshalle. Die Einrichtung passte eher zu einer High-Tech-Firma als zur Empfangshalle eines Clubs. Die Eingangstüre fiel hinter ihr ins Schloss und dieses Geräusch hallte noch lange nach an den kühlen weißen Wänden und dem grau gefliesten Boden. Sie hielt instinktiv die Luft an und ihr Herz pochte nun doch bis zum Hals. Plötzlich bat sie eine freundliche weibliche Stimme über einen Lautsprecher, sich in eine der Kabinen zu begeben, sich auszuziehen und auf weitere Anweisungen zu warten. Leonella sah jetzt, dass sich eine Reihe von geschlossenen Türen an der hinteren Seite der Eingangshalle befanden, nur eine davon stand offen. Diese Kabine betrat sie und hoffte noch einmal, dass es sich nicht um eine billige Peepshow handeln würde. Wieder versuchte sie, ihre Aufregung zu kontrollieren und streifte sich schnell ihr Kleid von den Schultern. Die zweite Türe der Kabine sprang auf und fasziniert betrat Leonella nun völlig nackt den Raum der sich dahinter erstreckte.

Blutrote weiche Teppiche sowie mit rotem Samt bespannte Wände ließen den Raum wie eine rote Wolke erscheinen. Süßlicher Erdbeerduft lag in der Luft und die Decke bestand aus einer Glaskuppel, durch die der Mond sein helles Licht verbreitete. Die vielen kleinen Wandleuchter wären gar nicht nötig gewesen um den Raum zu erhellen. Wieder ertönte eine Stimme aus dem Lautsprecher, diesmal jedoch euphorisch ein herzliches Willkommen trompetend. Dann ein lauter Paukenschlag und klassische Musik setzte ein. Mitreißend und unheimlich zugleich. Rachmaninov glaubte Leonella zu erkennen, keine Musik würde besser in dieses Ambiente passen. In der Mitte des Raumes stand ein großes einladendes mit weißen Laken bezogenes Bett. Sie wurde über den Lautsprecher gebeten, sich darauf zu legen und die Augen zu schließen. Die Lautstärke der Musik wurde noch erhöht und sie fühlte das leise Pochen in ihrem Bauch, verursacht durch die Tiefen des Basses. Sich wieder einen Ruck gebend, ließ sie sich auf das Bett fallen und genoss einen Augenblick die Kühle des Lakens, schloss die Augen und gab sich ganz der aufrüttelnden Musik Rachmaninovs hin. Dann wurde es völlig dunkel im Raum. Die Glaskuppel hatte sich geschlossen, das Licht wurde gelöscht. Wieder die weibliche weiche Stimme aus dem Lautsprecher, Leonella solle sich nicht ängstigen, sie werde jetzt zur Erdbeergöttin gemacht. Auf einmal fühlte Leonella wie sie mit etwas besprüht wurde, es musste aus den Düsen aus der Decke kommen, die sie für Feuermelder oder ähnliches gehalten hatte. Sie hielt die Augen fest geschlossen aus Sorge, ihr könne etwas in die Augen gelangen. Sie fühlte, wie sich die klebrige Flüssigkeit auf ihrem Körper verteilte. Ein Tropfen traf auf ihre Mundwinkel und sie probierte davon. Erdbeersoße! Sie lächelte vor sich hin; na wenn das alles war. Entspannt ließ sie sich weiter besprühen, und gerade als Leonella dachte, eigentlich fehle nur noch Sahne, schmeckte sie schon auf ihren Lippen einen weiteren Guss des weißen Milchschaums. Schließlich lag sie da, besprüht von Kopf bis Fuß und klebrig und musste sich ein lautes Lachen verkneifen. Weshalb soviel Geheimnis um die „Opferung“?

Noch einmal schwoll die Musik an und laut tönten die Höhen und Tiefen in Leonellas Ohren. So hatte sie nicht bemerkt, dass sich viele Schatten von den Wänden gelöst hatten und Schritt für Schritt näher an sie herantraten. Als sie das leise Rascheln der nackten Füße dann hörte, öffnete sie die Augen, aber sie konnte in der Dunkelheit nichts erkennen. Sie erinnerte sich wieder daran, dass sie jederzeit gehen könnte. Tat es aber nicht. Neugierig und aufgeregt erwartete sie gespannt, was jetzt noch kommen würde. Mit allem hatte sie gerechnet, aber mit dem was folgte, nicht. Auch die Schatten konnten so gut wie nichts sehen und so tasteten sie sich langsam schleichend an Leonella heran, die noch immer ruhig auf dem Bett lag. Zuerst fühlte sie nur zwei Hände, die nach ihr tasteten, dann immer mehr, ja sie konnte sie nicht mehr zählen. Die Hände verrieben die klebrige Flüssigkeit auf ihrer Haut und massierten sie sanft. Erregt hielt Leonella sich völlig ruhig, spürte, wie tief in ihrem Innern glühende Hitze aufwallte und nach und nach ihren ganzen Körper in Besitz nahm. So zart und samtig waren die Hände, dass Leonella das Gefühl hatte, sie träume. Viele Finger glitten zu ihren Brüsten, massierten ihre Nippel bis sie steif und fest waren. Andere kneteten ihre Schenkel, rutschten dazwischen und berührten hauchzart ihre Schamlippen. Dann begannen die Schatten sie zu lecken. Ja – sie leckten die Erdbeer-Sahne-Soße von ihrer Haut cm um cm. Sie begannen bei den Fingerspitzen und bei den Zehen, arbeiteten sich Stück für Stück zur Mitte ihres Körpers vor. Leonella wand sich unter den unzähligen Liebkosungen und heiße Wogen der Lust überfluteten sie, schon lange bevor die erste Zunge über ihre Perle glitt. Sanft wurde sie in die Brustwarzen gebissen, nur so, dass es noch angenehm war und immer wieder weitergeleckt, pausenlos, ruhelos, ihr Blut in Wallung versetzend. Instinktiv spreizte Leonella ihre Beine weit auseinander, und sie genoss das Gefühl der vielen Zungen und Finger auf ihrer Klit und in ihrer Muschi. Keuchend vor Lust drängte sie ihren Körper den Fremden Händen entgegen, bat leise darum, nicht aufzuhören und gab sich völlig ihren Gefühlen hin. Schließlich erlebte sie einen gewaltigen Höhepunkt und schrie leise, als alle Sterne über ihr zu explodieren schienen. Heiße Stromstöße jagten durch ihren Körper und sie wusste nicht mehr, wie viele Finger und Zungen gerade in ihr oder auf ihr waren. Es war einfach göttlich. Es musste ein Traum sein. Solche Dinge passieren nicht wirklich, redete sie sich immer wieder ein. Nach und nach entfernten sich die Schatten wieder, die Liebkosungen ließen nach, wurden schwächer und flüchtiger, bis Leonella sich schließlich wieder alleine in dem roten Raum befand. Die Glaskuppel wurde wieder geöffnet und das Licht des goldenen Vollmonds erhellte die Szenerie. Der Erdbeermond! Ja – sie hatte ihn erlebt, mit all ihren Sinnen genossen und fürchtete immer noch, sie würde gleich aufwachen und alles wäre nur ein Traum gewesen… ENDE

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Anmerkung der Redaktion (AdR): Die Rechte wurden uns von der Autorin überlassen, mit der Auflage, die Domain alicewunder.de zu verlinken, die nicht mehr erreichbar ist

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